Materialkunde

Tennissaiten sind ein Kapitel für sich. Kostentechnisch haben sich Polyester- und Multifilament-Saiten gegen den Naturdarm durchgesetzt. Der Trend geht mittlerweile zu Hybridbesaitungen über, d.h. eine monofile Polyestersaite wird auf die Längssaiten gezogen, eine Multifile dient als Quersaite.


Monofile Polyester-Saiten

Sie bestehen aus einem einzelnen Polyesterstrang und einer dünnen Beschichtung. Diese Konstruktion nennt man „monofilament“. Sie sind wenig elastisch und fühlen sich relativ starr an, weisen aber eine bessere Haltbarkeit aus, sodass relativ dünne Durchmesser verwendet werden können. Saiten mit einer strukturierten Oberfläche sollen dem Spieler ermöglichen mehr Spin zu erzeugen, indem sie besser in den Ball greifen. Nachteil von Polyestersaiten: Die Spannung wird nicht lange gehalten, die Kontrolle lässt nach und die Saite fühlt sich nach kurzer (3-4 Monate) Spielzeit „tot“ an.
Spieler, die regelmäßig zum Schläger greifen, sollten danach die Saite wieder wechseln lassen.


Multifilament-Saiten

Um den Darmsaiten in den Spieleigenschaften möglichst nahe zu kommen, verdrillt man bei diesen Saiten viele dünne Einzelfasern (Microfilamente), welche aus den verschiedensten Materialien bestehen können, zu einer Saite und ummantelt diese noch mit einem widerstandsfähigen Material. Vorteile sind hierbei die höhere Elastizität und Spielbarkeit. Durch die aufwendigere Herstellung sind diese Saiten aber meistens teurer als Polyester-Saiten. Der größte Vorteil dieser Saiten ist die hohe Armschonung – und bei Armproblemen sollte man nicht am falschen Ende sparen!


Hybrid-Saiten

Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Saiten mit unterschiedlichen Materialien, von denen eine als Längssaite und eine als Quersaite bespannt wird. Da bei einer einheitlichen Besaitung überwiegend die Längssaite reißt, weil sie sich stärker bewegt und an der Quersaite „kaputt reibt“, verwendet man bei Hybrid-Saiten für gewöhnlich eine haltbare Längssaite (meistens Polyester). Als Quersaite verwendet man als Ausgleich eine sehr elastische Synthetik-Saite oder sogar Naturdarm. Die Spieleigenschaften solcher Hybrid-Bespannungen sind gut, und die Haltbarkeit ist oft sogar höher als bei einer reinen Poly-Bespannung.
Die Kombinationsmöglichkeiten sind fast unendlich groß.


Durchmesser der Saite

Je dünner (1,10mm – 1,22mm) die Saite ist, desto besser (=knackiger) ist das Spielgefühl und die Kontrolle. Allerdings sind diese Saiten weniger haltbar. Sie eignen sich hervorragend für Spieler mit geradem, normalem Schlag.
Ab einem Durchmesser von Ø 1,25mm ist die Saite haltbarer, die Eigenschaften Spielgefühl, Power und Kontrolle sind allerdings nicht mehr so hoch.


Als Faustregel kann man grundsätzlich sagen:

So oft man im Sommer wöchentlich zum Schläger greift, so oft sollte man sein Racket pro Jahr neu besaiten lassen.

TIPP:

Sollten Sie im Moment mit einem Ø von über 1,25mm spielen und kein Spieler sein der einen hohen Saitenverschleiß hat, testen Sie einmal einen Ø zwischen 1,18mm und 1,22mm…